
Weihnachtsbäume holt man sich in Kanada natürlich nicht vom Markt. Es gibt noch nicht einmal spezielle Weihnachtsbaumverkäufe, wie sie sich in Deutschland zur Zeit bestimmt wieder an jeder zweiten Ecke finden. Einen echten Weihnachtsbaum schlägt man im Wald, oder eben auf einer Christmas Tree Farm. Nicht das ich einen Weihnachtsbaum in meiner kleinen Bude bräuchte, aber das ISC könnte schon einen gebrauchen und warum da raus nicht gleich einen ganzen Bustrip machen?
Vom Spaß beim Rosh Hashana Dinner und der Helloween Party angespornt habe ich mich dazuhinreißen lassen mich mal als Volunteer zu melden. Schließlich wäre ich ja eh mit gefahren, um zu erkunden wie die Schneeverhältnisse außerhalb der Stadt so sind.
Womit ich jedoch nicht gerechnet hatte, war dass ich der einzige Volunteer sein würde. So traft ich mich eine halbe Stunde früher mit Karen vom ISC, bekam eine Klemmappe mit den Unterlagen und eine ISC-Mütze und hatte wenig später die Verantwortung über ein Bus voll mit über 40 Studenten. War alles natürlich halb so schwierig. Ich hatte ja schon an einigen Busausflügen teilgenommen und wusste, wie so etwas abläuft. Tickets kontrolliert, auf einer Liste Anwesenheit abgehaken und ab in den Schulbus. Die Fahrerin, eine nette vor 30 Jahren hierher ausgewanderte Französin, wusste zum Glück bescheid wo es lang ging.
Die Christmas Tree Farm war dann mehr oder weniger ein großes Feld auf dem wild gemischt verschiedene Nadelbäume in allen Größen standen. Wir sollten einen 10Fuß Spruce Tree mitbringen. Leichter gesagt als getan. Da fällt einem dann mal wieder auf das Englisch halt nicht meine Muttersprache ist. Immer wenn ich irgendwie in der Natur unterwegs bin, fehlt mir plötzlich das Vokabular. Da ist man so stolz darauf, dass man viele Bäume, Tiere und andere Pflanzen auf Deutsch benennen kann, und hier fühlt man sich plötzlich wie ein kleiner Junge der nicht mal weiß, was ein Spruce Tree ist. Eine kurze Nachfrage bei einer ebenfalls durch die Bäume streifenden Familie brachte schließlich Aufklärung. Spruce Tree sind die mit den spitzen kurzen Nadel und hängenden Zapfen, ah eine Fichte! Gleiche noch eine kleine Vokabelübung zwischen durch: Fir ist nicht die Fichte, sondern die Tanne. Pine ist eine Kiefer und Cedar ist die Zeder.
Nach etwa 1,5h herum suchen, haben wir uns schließlich auf einen Baum einigen können, ein kleines Weihnachtslied zu Einstimmung gesungen, ihn gefällt und zurück zum Bus gezogen. Dort gab es dann heiße Schokolade am Lagerfeuer, so daß sich alle wieder aufwärmen konnten. Anschließend ging es zurück ins ISC, denn dort stand am Nachmittag eine Decoration Party an.
Bei Weihnachtsgebäck und ein paar Weihnachtsfilmen, wurde der Baum aufgestellt mit allerlei Gebasteltem geschmückt und auch der Rest des ISC für die Adventszeit rausgeputzt. Ich selbst habe micht durch die Lichterketten gekämpft und nach allerlei aussortieren schließlich drei funktionierende Ketten zusammenstellen können. Gar nicht so einfach, ohne ein Meßgerät aus einer meterlangen Kette diejenigen Birnen auszusortieren, die nicht gehen. Mit einer Leiter bewaffnet habe ich dann die Front des Cumberland Hauses geschmückt und immer wenn ich nun dort vorbeikomme, erfreue ich des Ergebnisses meiner Arbeit.
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