
Diese Woche ist Reading-Week, was so viel heißt wie eine Woche keine Kurse an der Uni und jeder fährt wenn möglich irgendwo hin weg. Naja, eigentlich gibt es auch noch ein paar Paper zu lesen und Assignments zu lösen, aber man will ja auch noch ein bißchen was sehen. So hab ich mich mit einer etwas größeren UTOC-Gruppe in die kanadische Hauptstadt nach Ottawa aufgemacht. Dort findet zur Zeit das jährliche Winterlude-Festival statt.
Trotz schlechter Nachrichten aus dem Osten von Ottawa (Dort hatte am Freitag morgen Blitzeis und Schneesturm zu einem Auffahrunfall mit 60 Fahrzeugen geführt.) sind wir ohne Probleme im YMCA angekommen.
YMCA ist die Young Men's Christian Association, wie sie auch in dem Disco Hit der Village People besungen wird und hat günstgige Hostel überall in Nordamerika, die auch nicht Christen offen stehen. So fanden wir genung platz für 18 UTOC-Mitglieder die mit 4 Autos aus Toronto gekommen waren.
Am Spaziergang am Abend machte sich jedoch schnell bemerkbar, dass Ottawa wesentlich weiter nördlich liegt als Toronto. Der plötzliche Wetterumschwung hatte dafür gesorgt, dass die Temperaturen auf unter -20°C bzw. gefühlte -29°C sanken. Das ist dann schon unangenehm kalt, aber mit einer dicken Schicht "Zwiebelkleidung" (insgesamt hatte ich glaub ich 6 Lagen am Körper und mein Rucksack war fast leer) läßt sich auch das überstehen. Wir wärmten uns in einem netten SChottischen Pup auf und genossen die nette Atmosphäre dort.
Am nächsten Tag ging es dann zur eigentlichen Attraktion des Winterlude Festivals: Schlittschuhlaufen auf dem Rideau Kanal, der jeden Winter auf einer Länge von 7km zur längsten Schlittschuhbahn der Welt wird. Kalter Wind und ziemlich hohe Verleihgebühren hielten uns nicht davon ab dies auszuprobieren und so fuhren wir innerhalb von 3 Stunden einmal die gesamte Strecke auf und ab. Danach wärmten wir uns erstmal in der Hostel eigenen Sauna auf (auch das Schwimmbad und den Wirlpool hätten wir nutzen können, wenn wir Badesachen dabei gehabt hätten) um Abends nochmal los zu ziehen. Gerade Abends sahen die tollen Eisskulpturen des Figurenparks gleich nochmal so toll aus.
Am Sonntag schloß ich mich dann einer Sight-Seeing und Museum-besuchen Gruppe an. Bei 18 Leute findet man natürlich keinen gemeinsamen Nenner und so waren wir Tags über immer in kleine Gruppen von 4-7 Leute aufgeteilt. Nach einem ausführlichen Brunch ging es zum Parlament-Hill, dem Machtzentrums Kanadas. Eine der kostenlosen Touren durchs Gebäude verpassten wir zwar gerade, aber auch von außen macht der im 19.Jh im Neugotischen Stil erbaute Gebäude komplex was her. Ein Fertigbausatz für einen Schneemann lag schon auf der Wiese vor dem 92m hohen Peace-Tower bereit und so hatten wir in kurzen Zeit, trotz vereister Oberflächen einen Schneemann gebaut.
Den Rest des Tages verbrachten wir im Canadian Museum of Civilization, das zwar für die paar Stunden viel zu groß war, aber allein schon wegen seiner Architektur einen Besuch wert ist. Innen gibt es ein paar ziemlich gute Austellungen. Unter anderem zu den Native Americans und der Besiedelung Kanadas durch den Weißen Mann. Bei manchen der lebensgroßen Gebäudemodelle vergißt man fast, dass man sich nicht unter freiem Himmel befindet. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Insgesamt war es nicht nur des Wetter wegens einer cooles Wochenende und ein guter Auftakt in die Reading-Week. Viele Fotos gibt es wie immer in der Galerie.
0 Kommentare:
Kommentar zum Beitrag hinzufuegen...
<< Home