
Ich hoffe Ihr habt Ostern genauso toll verbracht wie ich. Ich hab mich mit meinem Cousin aus Deutschland der gerade hier ist und drei weiteren Freunden zur
Bruce Peninsula aufgemacht. Das ist eine Halbinsel etwa 4-5 Autostunden nördlich von Toronto zwischen der Georgian Bay und dem Rest vom Lake Huron. Nur für eine verlängertes Wochenende war die Fahrt zwar ganz schön weit, hat sich aber definitiv gelohnt.
Mitte April ist ja noch ein bißchen Vorsaison und so war auf dem großen Zeltplatz am Cyprus Lake nicht mal das Office besetzt. Man fuhr mit dem Auto vor, füllte ein Formular aus. Steckte einen Umschlag mit dem Geld in ein Briefkasten und suchte sich anschließend ein Plätzchen. Im Gegensatz zu Zeltplätzen die ich sonst so kennen, ist hier jeder Platz etwas durch etwas Wald vom Nachbarn abgetrennt. Man hier also selbst im Sommer nicht Zelt an Zelt, sondern jeder auf einer eigenen kleinen Lichtung mit Feuerstelle und zwei Sitzbänken. Dann hieß es erstmal Zelte aufbauen.
Als frischer Besitzer meiner ersten eigenen Behausung war ich schon etwas nervös. Etwas früher als erwartet musste ich mich schließlich plötzlich für ein Zelt entscheiden und so habe ich am Donnerstag noch eine großer Runde durch die zahlreichen Outdoorläden hier in Toronto gedreht, bis ich mich schließlich für ein Sierra Design Electron entschieden habe. Nicht gerade billig, wird es mir auf meinen Touren im kommenden Sommer und hoffentlich noch viele Jahre danach ein trockenes Dach über dem Kopf sein. Es bietet auf jeden Fall genung Platz für 1-2 Person mit Gepäck und ist trotzdem mit unter 2,5kg ziemlich leicht.
Nach dem nun also das Lager aufgestellt war macht wir uns auf eine erste Erkundungstour auf. Da es schon Nachmittag war blieb es bei einer Tour um den See an dem der Zeltplatz liegt. Obwohl die Laubbäume hier alle erst anfangen Knospen auszubilden, sorgten allerlei Nadelbäume für ein angenehmes Grün und ließen den Pfad um den Cyprus zu einem angenehmen Spaziergang werden.
Abends stand dann Grillen über dem Lagerfeuer auf dem Programm. Feuerholz bekommt man hier an fast jeder Tankstelle, von manchen Privathöfe und im Sommer auch von der Zeltplatzverwaltung. Feuerstelle und Eisenrost war schon vorhanden und sah alles nach einem einfachen Unternehmen aus. Ganz so einfach war es dann doch nicht. Grillen über Holzkohle ist irgendwie einfacher. Wahrscheinlich hatten wir auch einfach nicht die nötige Geduld, aber irgendwie haben wir dann doch unser Gemüse, Vegi-Burger (zwei von uns waren Vegitarier, was hier noch mehr verbreitet zu sein scheint als in Deutschland) und Hot-dogs warm und gegrillt bekommen und ließen den Abend dann mit Marshmellows ausklingen...
Die Nacht war dann doch überraschend kühl mit unter 5°C und so war ich mit meinem guten alten Schalfsack doch relativ früh wach. Ein kleiner Morgenlauf zur Küste (gleich mal die Gegend erkunden) und einem kurzen Bad im Cypruslake später war mir doch wieder warm und kräftiges Oatmeal (Haferbrei) Frühstück mit Früchten machte mich bereit für den Tag.
Diesen verbrachten wir fast nur an der Küste der Georgian Bay in der unmittelbaren Umgebung des Zeltplatzes. Es war einfach zur toll! Wir haben uns so richtig ausgetobt. Im Schatten der Bäume lag teilweise noch der letzte Rest Schnee und so wurde kurz entschlossen der letzte Schneemann der Saison gebaut. Höhlen und Grotten wollten erkundet werden dazwischen musste man teilweise kräftig umherklettern. Immer wieder sagten wir uns jetzt kann es ja nicht mehr so spannender weiter gehen, dann werden wir auch wieder schneller vorwärtskommen, doch es wurde immer besser.
Gewaltige Felsüberhänge ließen einen nur noch stauen. Und dazu das blaue Wasser der Georgian Bay das gerade zu dazu einlud schwimmen zu gehen, sah schließlich aus wie in der Karibik. Ein kurzes Testbad überzeugte mich dann jedoch schnell, dass es in der Karibik wärmer ist. Bei 15°C Außen- und unter 5°C Wassertemperatur auch kein Wunder. Hot Chocolate überm Mini-Feuer direkt am Meer und wir machten uns zurück zum Zeltplatz. Nicht mal 10km hatten wir zurückgelegt und trotzdem eine total genialen Tag gehabt. Der mit Sonnenuntergang und (etwas scharfen) Chili am Lagerfeuer noch wunderbar ausklang.
Am nächsten Morgen wurde erstmal das Lager abgebaut bevor wir uns dann nach Tobermory dem letzten Ort der Halbinsel aufmachten. Im Sommer fährt hier eine Fähre to Manitoulin Island, aber im April ist es noch ein kleines verschlafendes Örtchen in dem es am Sonntag kaum möglich ist ein Lunch zu bekommen.
Wichtig ist jedoch das hier der Bruce Trail beginnt Kanadas ältester und längster Wanderweg, den ich schöne überall in Ontario betreten habe. Unter anderem liegt die UTOC Cabin und die Hart House Farm direkt in der Nähe dieses Trails.
Letztendlich war aber außer einem kleinen Leuchtturm nicht viel los und so machten wir uns noch mal zu einer kleinen Wanderung entlang der Küste auf.
Diese war nicht weniger schön oder interssant nur führte sie diesmal auf einem kleinen Waldweg immer oben auf der Steilküste entlang. Einmalig Aussichtspunkte waren da natürlich garantiert, bloß mit rumklettern war nichts, denn es ging viele Meter steil bergab ins Meer.
Dann mussten wir uns allerdings zurück anch Toronto aufmachen, denn ich hatte am Ostermontag um 9:30 eine Klausur. Nee für Studenten ist Ostern hier kein Feiertag!
Mehr Fotos gibt es in der Galerie und auch ein paar Panorama-Fotos folgen noch.
5 Kommentare:
Holá Björn,
deine postcrossing - Karte hatte mich neugierig gemacht und so habe ich ein wenig von deinem Aufenthalt *erlesen*,
hörte sich echt gut an :-)
Andalusische Grüsse von Gabriela
By Gabriela, at 20/4/06 16:18
Hallo.
Das ist ja eine fantastische Landschaft dort, wunderschöne Fotos. Im Sommer ist es bestimmt noch schöner, dann wär das sicher auch was feines zum Tauchen oder anderen Wassersport.
Du hast nicht zufällig ein Flugticket von Berlin nach Toronto übrig? ;)
Übrigends: Wenn du überm Lagerfeuer grillen willst, solltest du zuerst ein richtig großes Feuer machen (damit viel Glut entsteht), aber dann kein Holz mehr nachlegen (oder an der Seite nachlegen und die Glut unter den Rost schieben..).
By michael, at 21/4/06 11:42
Es ist sogar ein wahres Tauchparadies. Die Inseln davor (Phantome Five) sind ein riesiger Schiffsfriedhof und einzige Unterwasserschutzpark Kanada's. Im Sommer ist dann vlt. auch das kristallklare blaue Wasser etwas wärmer.
VG Björn
By Bjoern in Kanada, at 21/4/06 14:28
Tolle Seite Grüsse von meiner Leuchtturmseite www.ihrleuchtturm.de Hast du Leuchtturmfotos für meine Seite ? Gruss Heiko
By leuchtturmverkauf, at 23/4/06 07:04
...Holá,Senor!
Ich kann mich nur den anderen Meinungen anschließen, was die Schönheit der Landschaft dort anbetrifft.Kommst Du bei Deinem vielen rumgetoure auch mal dazu Dich so richtig zuentspannen? Nach dem Studium? Du bist ja jetzt fein raus, aber bei mir geht es erst richtig los...Aufgaben ohne Ende, Veranstaltungen ebenso, wie am kommenden Sonntag "Universität der Ideen" im Rahmen von "Deutschland-Land der Ideen". Es geht um die Representation der UniBw nach außen, dh Presse, TV, Eltern und jede Menge Interessierte werden hier sein...
Heute waren wir übrigens in der KZ-Gedenkstätte Dachau (bei München) und haben dort eine Führung genossen. Dachau war das erste KZ, welches eröffnet wurde, aber nicht als Vernichtungslager, sondern als Sicherungslager für zB polit. Häftlinge und Verbrecher...nur soviel dazu! Es war wiedereinmal beeindruckend wie betroffen einen doch Bilder bzw. solche Städten an sich machen können. Sachsenhausen fand ich damals zu Schulzeiten prägegender. Das wars von mir aus hier. Ich wünsche einen angenehmen Aufenthalt, genieße noch die kurze Zeit, die Dir bleibt. Schöne Grüße an die Familie und die anderen Leser dieser höchst wertvollen Seite!!!
By clemi, at 26/4/06 14:49
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