Man, das war ein anstrengender Tag!
Aber von vorn... nach einem netten Fruehstueck bin ich zusammen mit Nadeem zur Uni gefahren. Schliesslich faengt auch er sein MBA demnaechst dort an und wir brauchten beide noch unsere T-Cards (Studentenausweise). Damit sind wir nun wohl endgueltig UofT-Studenten. Diese T-Card ist auch Voraussetzung um ins Student Housing Center zu kommen. Dort findet man mehrere hunderte Anzeigen nach Art und Postleitzahl sortiert. Dazu gibt es eine Karte auf denen die verschiedenen Postleitzahlen verzeichnet sind und ein paar Telefone mit denen man die Vermieter kostenlos anrufen kann. Na, damit sollte die Zimmersuche doch eigentlich kein Problem sein!?


Doch ein paar Stunden spaeter tritt Ernuechterung ein. Zwar fuellt sich der Notizzettel schnell, doch manche Vermieter sind nicht zu erreichen, andere Wohnungen schon vergeben und unter 500$ was Vernueftiges zu entdecken scheint nicht einfach. Schliesslich habe ich doch noch drei Termine vereinbart. Was gar nicht so einfach war, da mir die Verstaedigung am Telefon mir doch einige Probleme breitete. Erst recht, wenn direkt am Telefon neben dir so laut spricht, dass eh nur noch die Haelfte verstehst. Beim ersten Appartment stand ich schon vor dem Haus um dann doch nochmal zu einem Telefon zu gehen um mich zuvergiewissern ob die Hausnummer zwirklich stimmt, so heruntergekommen sah es aus. Ueber einen Hintereingang ging es in den Keller zu einem kleinen Raum mit angeschlossenem "Bad" (bestehend nur aus Toilette und Dusche). Das ganze war nur knapp 2m hoch, die Katze hatte aufs Bett gepinkelt, aber die Vermieterin war bereit sich auf 400$/272Euro herunterhandeln zu lassen!
Das zweite Angebot lag verkehrsmaessig schon wesentlich guenstiger (nur ein paar Stationen mit der Strassenbahn von der Uni entfernt) statt 30min mit der U-Bahn. Es handelte sich um ein Zimmer in einem Appartment eines aelternen Herrn, der 1968 von Barbados nach Kanada gekommen war.

Das Haus selbst war ein halbwegs modernes Appartment-Building und die Wohnung ging ueber zwei Stockwerke. Das Zimmer selbst war nicht schlecht, doch Kueche und Bad waren recht unaufgerauemt und der Typ selber kam mir doch reichlich komisch vor. Es kam mir die ganze Zeit vor als ob er nicht ganz anwesend war. Staendig sprach nur ganz leise und schaute mich dabei nicht mal an. Jedenfalls war ich froh, als ich da wieder raus. Also ohne den Typen hatte ich das Appartment ja genommen... Nun war ich allerdings schon halb am verzweifeln. Scheinbar gab es unter 500$ nur noch den letzten Rest den keiner will. Ob nicht doch lieber etwas mehr zahlen sollte? Oder gab es in Toronto nur heruntergekommende Zimmer, die in Deutschland keiner mehr nehmen wuerde?
Um 20Uhr hatte ich da schliesslich noch einen weiteren Termin um 2 Appartment zu besichtigen. Dort angekommen traf ich noch auf zwei weitere Maedchen die ebenfalls Intresse hatten.

Man sah es dem Haus von aussen nicht an, aber es beinhaltete 14 1-Raum-Appartments. Eins im Keller und eins im 2.Stock waren frei. Obwohl mir das im 2.Stock eigentlich besser gefiehl, hab ich schliesslich bei Kellerappartment zugegriffen. Das obere nahm eines der Maedchen indem es gleich sofort in bar bezahlte :(. Aber das Keller Appartment kostet statt 468$ nur 429$ also 293Euro. Der Preis erscheint mit fuer die Lage ziemlich gut. (Wie gesagt nur ein paar Strassenbahnstationen von der Uni entfernt und auch zu Fuss nur ca.4km entfernt) Es hat eine Kichnette (mit Kuehlschrank und zwei Herdplatten) und ein kleines Bad mit Toilette, Waschbecken und Dusche/Wanne. Darin sind noch ein Kleiderschrank und eine Kommode sowie ein Metall-Bettenrost. Alles ist zwar schon etwas aelter, aber (im Verhaeltnis zu den bisherigen Angebot) nicht in schlechtem Zustand. Jetzt hiess es zugreifen bevor auch dieses Angebot mir vor der Nase weggesschnappt wird. Also zur Bank Geld holen, Vertrag durchlesen und Formular ausfuellen... Damit hatte ich meine erste eigene Wohnung. Bei dem Geld handelt sich um die letzte Monatsmiete. Da ich 30Tage Kuendigungsfrist habe, hat der Vermieter so immer die noetige Mietzahlung falls ich ploetzlich ausziehen sollte. Ich koennte also nach zwei Monaten wieder ausziehen und wurde nur zwei Monatsmieten zahlen, falls ich noch etwas besseres ergeben sollte. Der Vertrag lauft ab 1. September aber ich kann mir wohl schon am Sonnabend Abend den Schluessel abholen.

Das wars. Danach hab ich noch einen gemuetlichen Spaziergang durch die hellerleuchtete Downtown zurueck nach Hause gemacht um dort nun ziemlich geschafft diese Zeilen zu schreiben.
Bis demnaechst, Bjoern

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