
Ein weiteres Wochenende in Toronto? Genug zu tun gäbe es, aber dann bekam ich das Angebot doch für ein paar Tage mit nach
Montréal zukommen. Hörte sich gut an und so traf ich mich am Freitag Mittag bei einer Autovermietung in der Union Station mit ein paar weiteren Deutschen, einer Französin und einer Finnin. Wir hatten ein All-Inklusive-Offer für zwei Autos für drei Tage für 240€. Wenn man das dann auf neun Leute aufteilt, kommt ein super günstiges Angebot heraus. Montreal ist ca. 540km von Toronto entfernt und die nächste größere Stadt. Nachdem wir uns durch den Freitag-Nachmittags-Verkehr geqäult hatten ging es durch die farbenfrohen Indian-Summer-Wälder auf dem High-Way nach Osten. Wie in den USA ist hier nichts mit freie-Fahrt-für-freie-Bürger (Kennt jemand ein Land außer Deutschland, wo es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt?). Max. 100km/h sind erlaubt und Straßenschilder machen auf die saftigen Geldstrafen aufmerksam.

Wie wir also ankamen und uns den Weg durch die Einbahnstraßen zu unserem kleinen, aber günstigen Hostel gesucht hatten (20$/Nacht), war es natürlich schon dunkel. Doch wir machten uns gleich erstmal auf den Weg noch etwas für den Abend zu finden. Nach einer etwas länger als erwarteten Suche, landeten wir schließlich in einem gut gefüllt Pub, der sein Bier selber braute. Und für Kanadische Verhältnisse war das Brau-Ergebnis auch überzeugend.

Am Samstag ging es dann erstmal auf den typischen Sightseeing Spaziergang durch die Stadt.
Montréal ist eine der europäischsten Städte auf dem Nordamerikanischen Kontinent. Katholische Kirchen, viktorianische Residenzen und postmoderne Glas- und Marmortürme bilden ein reiches architektonisches Erbe. Im Gegensatz zu Toronto überwiegen hier viel mehr die vielen kleinen Straßen, oft mit zweistöckigen Flachdachhäusern, kleinen Balkons und geschwungenden Treppen. Zum Abenddämmerung ging es dann auf den Mont Royal. Der 250m hohe Namensgeber der Stadt befindet sich in ihrer Mitte wie ein ruhender Pol im Häusermeer und ermöglicht einen tollen Blick.

Doch auch das Nachtleben von
Montréal ist weit über die Stadtgrenzen bekannt und so ging es nach dem Abendessen nicht zurück ins Hostel, sondern zunächst in eine Bar und anschließend in einen Club der sich auf 3 Etagen geschickt in einem Altbau versteckte. Nur mit dem Tanzen wurde es leider nicht so richtig was. Nur unter dem Dachboden gab es eine Tanzfläche mit DJ. Für ein paar Lieder, hatte wir diese auch für uns und konnten den DJ auch überzeugen etwas Vernüftiges zu spielen. Doch als dann eine Gruppe junger kanadischer Teenies heraufkam spielte er nur noch untanzbares. Und so machten wir uns nach ein paar weiteren Liedern schließlich um 3Uhr durch leichten Nieselregen ins Bett.

Der nächste Morgen zog sich naturgemäß etwas hin und wir brauchten auch etwas bis wir ein gemütliches, günstiges Restaurant für ein Brunch mit einer Gruppe fanden. Da wir bis Mitternacht wieder zurück in Toronto seinen wollten, blieben nur noch wenige Stunden und wir teilten uns auf. Da im Gegensatz zum Samstag das Wetter doch ziemlich verregnet war stand heut eher Museum auf dem Plan. Ein paar besuchten das Musée d'art contemporain mit moderner Kunst, ein paar machten einen weiteren Sparziergang und ich besuchte mit Alex das Musée d'Archéologie de Pointe-à-Callières, wo man in einer Ausgrabungstätte Spuren bis zu den ersten Bebauungen der Insel zurückverfolgen kann. Die Zeit reichte nur knapp, aber es hatte sich doch gelohnt.
Eigentlich kann man das über die gesamte Visite sagen. Vorallem tritt gerade in
Montréal der Sprachkonflikt zwischen Englisch und Französisch hier wunderbar zu tage, fast alles ist zweisprachig und so kommt man mit einer Mischung aus Englisch und Französisch hier super zu recht. À bientôt, Montréal!
Ganz viele Fotos findet ihr wie immer in der
Gallery.
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